Was bedeutet Barrierefreiheit im Internet?

Blinde Menschen bzw. Menschen mit beeinträchtigter Sicht verwenden Programme (Screenreader), die ihnen die Texte auf Webseiten vorlesen. Damit diese Texte richtig wiedergeben werden können, müssen die Inhalte so strukturiert und eingepflegt werden, dass die Programme Zugriff auf die Informationen haben.

Beispielsweise kann man ein Bild nicht lesen, aus diesem Grund muss bei jedem Bild ein Alternativtext hinterlegt sein, der beschreibt, was auf einem Bild zu sehen ist. Zusätzlich muss jede Website eine Strukturierung mittels der richtigen Überschriften und Navigationselementen aufweisen. Ist dies nicht der Fall bedeutet das für blinde Menschen, dass sie Webseiten wie einen Roman auf der Suche nach Informationen von oben bis unten durchlesen müssen und nicht schnell zwischen den einzelnen Inhalten navigieren können.

Was sind die Web-Zugänglichkeitsrichtlinien?

Jeder der Digitale Barrierefreiheit gewährleisten möchte, muss sich an die sogenannten Web Content Accessibility Guidelines (WCAG 2.1 AA), halten. In diesen Richtlinien sind die vier Grundsätze für einen barrierefreien Webauftritt festgehalten.

Grundsatz 1 – Wahrnehmbarkeit

Biete Alternativtexte für Nicht-Text-Inhalte. Webseiten benötigen zur Dekoration, aber auch zur Veranschaulichung von Inhalten Fotos, Grafiken, Diagramme und Ähnliches.

Damit Menschen mit Sehbeeinträchtigungen den Inhalt eines Bildes erkennen können, muss das Bild über eine Alternative in Textform verfügen. Diese kann technisch von einem Screen Reader vorgelesen werden.

Auch Videos oder Audiodateien benötigen eine Alternative in Form von Untertitelung oder Text. Andere Formen von Textalternativen sind beschreibende Bildunterschriften, gut betitelte Organigramme und sogar Zahlentabellen zur Unterstützung visueller Diagramme.

 Grundsatz 2 – Bedienbarkeit

Die Navigation muss von allen Steuerelementen wie Maus oder Tastatur bedienbar sein.

Fast jeder kennt die gängige Funktionalität des Springens zwischen Elementen auf dem Computer mit Hilfe der Tabulator-Taste. Auf diese Weise ist es möglich, auf Navigationselemente zuzugreifen, ohne die Maus zu benutzen, was für Nutzer:innen mit einer Einschränkung oft der einzige Weg ist, in einer Website zu navigieren.

Geben Sie den Benutzer:innen genügend Zeit, um den Inhalt zu lesen und zu verarbeiten

Ein Beispiel hierfür sind automatische Slider. Diese Art der Anzeige von mehreren Bildern lassen dem Benutzer nicht genügend Zeit, um den Inhalt zu erfassen. Wenn Sie dem Benutzer die Möglichkeit geben, das Bild anzuhalten, ist das ein guter Weg, um Ihre Website barrierefreier zu gestalten.

Helfen Sie Benutzern beim Navigieren und Finden von Inhalten

Eine gute Praxis ist die Unterstützung der Benutzer:innen bei der Navigation und dem Auffinden von Inhalten. Letztlich ist ein gutes Inhaltsverzeichnis eine Notwendigkeit für die Barrierefreiheit.

Grundsatz 3 – Verständlich

Informationen und Bedienung müssen verständlich sein.

Die Sprache einer Seite muss klar und verständlich sein. Außerdem muss der Inhalt auf vorhersehbare Weise erscheinen und funktionieren.

In diesem Zusammenhang sollte auf Websites die Hauptnavigation auf jeder Seite gleichbleiben und sich an derselben Stelle befinden.

Grundsatz 4 – Robustheit

Der Inhalt muss robust sein.

Das heißt, dass er von verschiedenen Benutzer_innen  und auch von assistierenden Technologien korrekt und verlässlich wiedergegeben werden muss. Auch bedeutet es, dass die Website den Inhalt, die Bedeutung oder die Auslieferung nicht verändern sollte, je nachdem, welchen Browser ein Benutzer verwendet (z.B. Chrome, Firefox, Internet Explorer).

Wie gestalte ich jetzt meine barrierefreien Inhalte?

Viele dieser Prinzipien mögen wie eine Selbstverständlichkeit klingen: Alternativtexte für Bilder, Untertitelungen für Videos oder eine klare Struktur. Dennoch gilt es, diese Prinzipien bereits bei der Erstellung einer Website mitzudenken und die Verantwortlichen für das Thema zu sensibilisieren. Webentwickler:innen und Verantwortliche in Web-Projekten sind hierbei Schlüsselpersonen, die über entsprechendes Wissen verfügen müssen. In weiterer Folge müssen Redakteur:innen in Bezug auf barrierefreie Gestaltung von Inhalten geschult werden, nicht nur bei Arbeiten an Website-Texten, sondern auch bei der Erstellung barrierefreier Word- oder pdf-Dokumente gilt es einiges zu beachten.

Insgesamt gilt es festzuhalten, dass eine barrierefreie Website eine nutzerfreundliche Website ist und damit ein Gewinn für Alle!

Falls Sie noch weitere Fragen zu dem Thema haben können Sie uns gerne jederzeit kontaktieren:  Kontakt – ConnectAT Agency